Rechner für Unternehmen, Gründer und Selbstständige
Wer ein Unternehmen führt, rechnet ständig: Lohnt sich die GmbH? Wie viel Gewerbesteuer bleibt nach der Anrechnung übrig? Welcher Stundensatz deckt Kosten, Krankenversicherung und Steuer? Diese Rechner für Unternehmen beantworten solche Fragen nach deutschem Recht – vom ersten Businessplan über die laufende Buchhaltung bis zur Mahnung an einen säumigen Kunden. Sie richten sich an Einzelunternehmer, Freiberufler, Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder UG und an alle, die gerade gründen.
Alle 17 Rechner dieser Kategorie sind kostenlos. Die Berechnung läuft vollständig in Ihrem Browser; Umsätze, Gewinne und Gehälter werden weder übertragen noch gespeichert. Jedes Ergebnis zeigt neben dem Endbetrag die wichtigsten Zwischenschritte und eine Grafik, damit Sie nachvollziehen können, wie eine Zahl entsteht.
Gründung und Wahl der Rechtsform
Am Anfang stehen zwei Fragen: Was kostet die Gründung, und welche Rechtsform passt? Der Gründungskosten-Rechner sammelt Notar, Handelsregister, Gewerbeanmeldung und Beratung für Einzelunternehmen, GbR, UG und GmbH. Er trennt die Bruttokosten von der Belastung nach Vorsteuerabzug, vergleicht das eingezahlte Kapital mit dem gesetzlichen Mindestkapital und teilt die Einlage auf die Gesellschafter auf.
Ob sich die Kapitalgesellschaft steuerlich lohnt, zeigt der Rechtsformvergleich GmbH oder Einzelunternehmen. Er stellt denselben Jahresgewinn beiden Formen gegenüber: auf der einen Seite Gewerbesteuer, Einkommensteuer und die Anrechnung nach § 35 EStG, auf der anderen Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und die Steuer auf die Ausschüttung. Weil einbehaltene Gewinne in der GmbH anders belastet werden als ausgeschüttete, lässt sich die Ausschüttungsquote frei einstellen – oft kippt das Ergebnis genau an dieser Stelle.
Steuern der GmbH und ihrer Gesellschafter
Für Kapitalgesellschaften gibt es drei Rechner, die aufeinander aufbauen. Der Körperschaftsteuer-Rechner ermittelt die Last auf Ebene der GmbH oder UG: Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer, dazu die effektive Belastung und die Vorauszahlung je Quartal. Hinzurechnungen, Kürzungen und nicht abziehbare Betriebsausgaben lassen sich in den erweiterten Optionen ergänzen.
Was von einem ausgeschütteten Gewinn beim Gesellschafter ankommt, beantwortet der Rechner zur GmbH-Gewinnausschüttung. Er rechnet beide Steuerebenen durch und stellt Abgeltungsteuer und Teileinkünfteverfahren auf derselben Ausschüttung nebeneinander. Der Geschäftsführergehalt-Rechner bewertet das Vergütungspaket eines Gesellschafter-Geschäftsführers: die Gesamtausstattung aus Festgehalt, Tantieme, Pensionszusage und Sachbezug, die Kosten der Gesellschaft und die Nettoauszahlung. Dazu weist er Tantiemeanteil und Gewinnverbleib aus, die beiden Verhältniszahlen, an denen die Angemessenheitsprüfung typischerweise ansetzt.
Gewinn, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer im Einzelunternehmen
Die meisten Selbstständigen ermitteln ihren Gewinn mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Der EÜR-Rechner baut sie entlang der typischen Zeilen der Anlage EÜR auf und rechnet dort weiter, wo eine Tabelle meist endet: Gewerbesteuer, Einkommensteuer nach der Anrechnung, Solidaritätszuschlag und Umsatzsteuer-Zahllast. Zusätzlich zeigt er den Spielraum bis zur Kleinunternehmergrenze.
Wie viel Gewerbesteuer über § 35 EStG tatsächlich zurückkommt, hängt vom Hebesatz und von der eigenen Einkommensteuer ab. Der Rechner zur Gewerbesteuer-Anrechnung weist die drei gesetzlichen Obergrenzen getrennt aus, nennt den kritischen Hebesatz und beziffert die Gewerbesteuer, die als echte Zusatzbelastung stehen bleibt. Beim Vergleich von Ist- und Soll-Versteuerung geht es um den Zeitpunkt der Umsatzsteuer: Der Rechner beziffert die vorfinanzierte Steuer und den Zinsvorteil eines Wechsels und prüft, ob ein Antrag nach § 20 UStG überhaupt möglich ist.
Mehrere Rechner berücksichtigen außerdem die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG. EÜR-Rechner und Liquiditätsplanung zeigen den Spielraum bis zur Kleinunternehmergrenze, der Vergleich von Ist- und Soll-Versteuerung weist aus, ob die Regelung für Sie greift, und der Gründungskosten-Rechner behandelt die Umsatzsteuer auf Honorare je nach Status als erstattungsfähig oder als echte Ausgabe.
Investitionen und Abschreibung
Drei Rechner helfen, eine Anschaffung steuerlich richtig einzuordnen. Der AfA-Rechner für das Anlagevermögen erstellt den Abschreibungsplan eines beweglichen Wirtschaftsguts – linear, degressiv, als GWG-Sofortabzug oder im Sammelposten, mit Anschaffungsmonat und optionaler Sonderabschreibung nach § 7g EStG. Der GWG-Rechner setzt einen Schritt früher an: Er prüft am Nettopreis je Stück, welche Wege überhaupt offenstehen, und zeigt den Liquiditätsvorteil im ersten Jahr.
Wer eine Investition erst plant, sollte den Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG kennen. Der Rechner prüft die Gewinngrenze, beziffert den Abzug vor der Anschaffung, zeigt Hinzurechnung und Sonderabschreibung im Investitionsjahr und rechnet vor, was eine Rückabwicklung samt Zinsen kostet, falls die Investition ausbleibt.
Planung, Liquidität und Kalkulation
Für Bank, Förderantrag oder die eigene Steuerung liefert die Rentabilitätsvorschau für den Businessplan Umsatz, Kosten, die Steuern der gewählten Rechtsform und den Gewinn nach Steuern für bis zu fünf Planjahre, dazu den Break-even-Umsatz. Ob das Geld zum richtigen Zeitpunkt auf dem Konto ist, zeigt die Liquiditätsplanung: Sie rollt den Kontostand Monat für Monat vor, berücksichtigt Zahlungsziele, Investitionen und die Umsatzsteuer-Zahllast und nennt Tiefpunkt, Liquiditätslücke und Reichweite.
Bei der Preisfindung helfen zwei weitere Werkzeuge. Der Deckungsbeitrag- und Break-even-Rechner liefert Deckungsbeitrag je Einheit, Deckungsbeitragsquote, Gewinnschwelle, die Absatzmenge für einen Zielgewinn und die Sicherheitsspanne. Der Stundensatz-Rechner rechnet vom gewünschten Gewinn oder Netto zurück: Er berücksichtigt fakturierbare Stunden, Betriebskosten, Kranken- und Pflegeversicherung sowie Einkommensteuer und nennt den kostendeckenden Satz als Untergrenze für Verhandlungen.
Zahlungsziele, Skonto und säumige Kunden
Zahlungsbedingungen sind versteckte Zinssätze. Der Skonto-Rechner rechnet eine Skontobedingung in einen Jahreszins um und stellt ihn dem Zinssatz Ihrer Kontokorrentlinie gegenüber; so sehen Sie auf einen Blick, ob sich der Abzug lohnt. Zahlt ein Kunde zu spät, ermittelt der Verzugszinsen-Rechner die Zinsen nach § 288 BGB taggenau, ergänzt die Verzugspauschale je offener Forderung, wo sie zusteht, und nennt die Gesamtforderung für Mahnschreiben oder Mahnbescheid.
Wie die Rechner arbeiten
Steuersätze, Freibeträge, Grenzen und Beitragssätze sind als gepflegte Parameter mit Quellenangabe hinterlegt und werden bei Gesetzesänderungen zentral angepasst. Werte, die sich nicht bundesweit festlegen lassen, bleiben Eingaben: Den Gewerbesteuer-Hebesatz Ihrer Gemeinde tragen Sie selbst ein, ebenso Ihren persönlichen Grenzsteuersatz oder den Zins Ihrer Kontokorrentlinie. So rechnet jedes Werkzeug mit Ihrer tatsächlichen Lage statt mit einem Durchschnitt.
Die Ergebnisse sind Schätzungen auf Grundlage Ihrer Eingaben. Sie eignen sich für Planung, Vergleich und die Vorbereitung eines Gesprächs mit der Steuerberatung, ersetzen aber weder die Buchführung noch die Steuererklärung; verbindlich ist allein der Bescheid des Finanzamts.
Welcher Rechner passt zu Ihrer Situation?
Gründer beginnen sinnvollerweise mit Gründungskosten, Rechtsformvergleich und Rentabilitätsvorschau und prüfen anschließend die Liquidität der ersten Monate. Im laufenden Betrieb sind EÜR-Rechner, Gewerbesteuer-Anrechnung und Stundensatz die naheliegenden Werkzeuge, ergänzt um die Abschreibungsrechner, sobald eine größere Anschaffung ansteht. Gesellschafter-Geschäftsführer kombinieren Körperschaftsteuer, Ausschüttung und Geschäftsführergehalt, um Gesellschaft und Privatebene gemeinsam zu betrachten. Und wer mit Zahlungszielen arbeitet, rechnet Skonto und Verzugszinsen einmal durch, bevor die nächste Rechnung hinausgeht.

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