Verzugszinsen-Rechner Deutschland
Der Verzugszinsen Rechner ermittelt den Zinssatz aus Basiszinssatz plus 9 oder 5 Prozentpunkten, die taggenauen Zinsen, die Pauschale und die Gesamtforderung.

Wozu es dient
Der Verzugszinsen Rechner beziffert, was eine unbezahlte Rechnung nach dem Gesetz wert ist. Er ermittelt den gesetzlichen Zinssatz aus dem aktuellen Basiszinssatz der Bundesbank plus dem Zuschlag nach § 288 BGB, rechnet die Zinsen taggenau auf die offene Hauptforderung und addiert die Verzugspauschale, die im Geschäftsverkehr für jede einzelne überfällige Entgeltforderung anfällt.
Datenquellen & Parameter
Die folgenden Werte steuern diesen Rechner. Wir halten sie mit den aktuellen offiziellen Vorgaben im Einklang, und jedes Ergebnis wird bei jeder Änderung automatisch neu berechnet.
| Parameter | Wert | Quelle | Zuletzt aktualisiert |
|---|---|---|---|
| Basiszinssatz (Bundesbank, Grundlage Verzugszinsen § 247 BGB) | 0,0152 | bundesbank.de | Gültig ab 2026-07-01Bekanntmachung der Bundesbank vom 1. Juli 2026: Der Basiszinssatz steigt von 1,27 auf 1,52 Prozent. |
| Verzugszins-Zuschlag B2B: +9 Prozentpunkte ueber Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB) | 0,09 | gesetze-im-internet.de | Gültig ab 2026-01-01Verzugszins-Zuschlag B2B: +9 Prozentpunkte ueber Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB) |
| Verzugszins-Zuschlag B2C: +5 Prozentpunkte ueber Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 BGB) | 0,05 | gesetze-im-internet.de | Gültig ab 2026-01-01Verzugszins-Zuschlag B2C: +5 Prozentpunkte ueber Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 BGB) |
| Verzugspauschale bei Entgeltforderungen im B2B (§ 288 Abs. 5 BGB) | 40 | gesetze-im-internet.de | Gültig ab 2026-01-01Verzugspauschale bei Entgeltforderungen im B2B (§ 288 Abs. 5 BGB) |
Wir bemühen uns stets, für jede Variable die aktuellsten Daten zu verwenden, damit unsere Ergebnisse und Berichte so genau wie möglich sind. Dennoch sind Fehler möglich — verlassen Sie sich nicht allein auf dieses Tool oder seinen Bericht. Für Entscheidungen auf dieser Grundlage übernehmen wir keine Haftung.
Die Formel
Verzugszinssatz = Basiszinssatz + gesetzlicher Zuschlag; Verzugszinsen = offene Hauptforderung × Verzugszinssatz × Verzugstage ÷ Zinstage-Basis; Gesamtforderung = Hauptforderung + Zinsen + Pauschale je Forderung + Mahnkosten
So funktioniert es
Der Zinssatz ist kein fester Wert. Er besteht aus dem Basiszinssatz nach § 247 BGB, den die Bundesbank zum 1. Januar und zum 1. Juli neu festsetzt, und einem gesetzlichen Aufschlag, der davon abhängt, wer schuldet: fünf Prozentpunkte, sobald ein Verbraucher beteiligt ist (§ 288 Abs. 1 BGB), neun Prozentpunkte bei einer reinen Entgeltforderung zwischen Unternehmern (§ 288 Abs. 2 BGB). Der Rechner setzt beide Bausteine aus den gepflegten Parametern zusammen, verteilt die Jahreszinsen taggenau auf die Verzugstage und rechnet die Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB je offener Forderung hinzu. Zinseszinsen entstehen nicht, weil § 289 BGB sie ausschließt.
Wo es verwendet wird
- Die Nebenforderung für eine Mahnung, einen Mahnbescheid oder eine Klage beziffern
- Den Unterschied zwischen einem gewerblichen und einem privaten Schuldner in Euro sehen
- Prüfen, ob sich ein vertraglich vereinbarter Zinssatz gegenüber dem gesetzlichen lohnt
Rechenbeispiel
Ein Zulieferer hat einem gewerblichen Kunden 5.000 € in Rechnung gestellt. Das Zahlungsziel ist verstrichen, seit 60 Tagen liegt Verzug vor, gezahlt wurde nichts, offen sind also weiterhin …. Weil auf beiden Seiten Unternehmer stehen, gilt der Zuschlag von … auf den Basiszinssatz von …; zusammen ergibt das einen Verzugszinssatz von …. Daraus werden … Zinsen pro Tag und nach 60 Tagen …. Für ein ganzes Jahr wären es …. Hinzu kommt die Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB, die für 1 überfällige Entgeltforderung … beträgt. Mahn- und Inkassokosten sind in diesem Fall keine angefallen (0 €), ein abweichender Vertragszinssatz wurde nicht vereinbart (Eingabe 0 Prozent), gerechnet wird auf der Basis von 365 Zinstagen und ohne Teilzahlung (0 €). Die Nebenforderung summiert sich damit auf …, das sind … der Hauptforderung, und die Gesamtforderung beläuft sich auf ….
Verzugszinsen Rechner: was das Werkzeug leistet
Der Verzugszinsen Rechner beantwortet die Frage, die vor jeder Mahnung, jedem Mahnbescheid und jeder Klage steht: Was ist eine unbezahlte Rechnung nach dem Gesetz zusätzlich wert? Sie geben den Rechnungsbetrag, die Art des Schuldners und die Zahl der Verzugstage ein. Heraus kommen der anwendbare Zinssatz, die taggenauen Zinsen, die gesetzliche Verzugspauschale und die Gesamtforderung, die Sie in das Mahnschreiben oder in den Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids eintragen können.
Einen festen Verzugszinssatz gibt es nicht. Jede Zahl, die Sie im Internet finden, gilt nur für ein Halbjahr. Der Satz besteht aus dem Basiszinssatz, der zweimal im Jahr neu festgesetzt wird, und einem gesetzlichen Aufschlag, der von der Person des Schuldners abhängt. Beide Bausteine liegen in diesem Werkzeug als gepflegte Parameter, nicht als Konstante im Quelltext.
Wie sich der gesetzliche Zinssatz zusammensetzt
§ 288 BGB unterscheidet zwei Fälle, die vier Prozentpunkte auseinanderliegen.
- Verbraucher beteiligt (§ 288 Abs. 1 BGB): Basiszinssatz plus fünf Prozentpunkte. Dieser Satz gilt immer dann, wenn auf einer der beiden Seiten ein Verbraucher steht, also auch, wenn ein Unternehmer eine Privatperson mahnt.
- Reine Entgeltforderung zwischen Unternehmern (§ 288 Abs. 2 BGB): Basiszinssatz plus neun Prozentpunkte. Voraussetzung ist, dass kein Verbraucher beteiligt ist und dass es um eine Entgeltforderung geht, also um die Gegenleistung für eine Lieferung oder Leistung. Für Schadensersatzansprüche gilt der Satz nicht.
Der Basiszinssatz selbst folgt aus § 247 BGB. Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht ihn zum 1. Januar und zum 1. Juli und leitet ihn aus dem Zinssatz der jüngsten Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank ab. Er kann negativ sein, und in den Jahren zwischen 2013 und 2022 war er es dauerhaft. Läuft der Verzug über einen Stichtag hinweg, ist streng genommen für jeden Halbjahresabschnitt der dann geltende Satz anzusetzen. Der Rechner arbeitet mit dem aktuell hinterlegten Satz über den gesamten Zeitraum. Bei einem Verzug über mehrere Halbjahre rechnen Sie die Abschnitte am besten einzeln und addieren die Ergebnisse.
Die Verzugspauschale nach § 288 Abs. 5 BGB
Die zweite Nebenforderung wird häufig übersehen, obwohl sie bei kleinen Rechnungen mehr wert ist als die Zinsen. Gerät ein Schuldner, der kein Verbraucher ist, mit einer Entgeltforderung in Verzug, schuldet er zusätzlich eine Pauschale. Sie beträgt 40 Euro, entsteht kraft Gesetzes und setzt keinen Nachweis eines Schadens voraus.
Wichtig ist die Bezugsgröße: Die Pauschale fällt je überfälliger Forderung an. Sie ist keine Jahrespauschale und keine Mahngebühr. Wer einem säumigen Kunden zwölf Monatsrechnungen gestellt hat, die alle offen sind, kann zwölfmal die Pauschale verlangen. Deshalb ist die Anzahl der offenen Forderungen im Rechner eine eigene Eingabe. Zu beachten bleibt die Anrechnung: Wird daneben Schadensersatz für Rechtsverfolgungskosten geltend gemacht, etwa Anwaltskosten für das Mahnschreiben, ist die Pauschale darauf anzurechnen. Gegenüber Verbrauchern besteht der Anspruch nicht, weshalb der Rechner die Pauschale bei der Auswahl eines privaten Schuldners auf null setzt.
Taggenau rechnen, aber ohne Zinseszins
Verzugszinsen sind Tageszinsen. Der Jahreszinssatz wird durch die Zinstagebasis geteilt und mit der Zahl der Verzugstage multipliziert. Der erste Verzugstag ist der Tag nach Eintritt des Verzugs, der Tag der Zahlung wird nicht mitgezählt. Der Rechner zeigt den Tageszins deshalb als eigene Kennzahl an: Solange die Rechnung offen bleibt, ist das der Betrag, um den die Forderung jeden Tag wächst.
Die Zinsen selbst werden nicht verzinst. § 289 BGB schließt Zinseszinsen für den Verzug ausdrücklich aus. Die aufgelaufenen Zinsen stehen als eigene Nebenforderung neben der Hauptforderung und werden selbst nicht verzinst. Erst mit Rechtshängigkeit einer Klage kommen über § 291 BGB Prozesszinsen ins Spiel, und die betreffen wieder die Hauptforderung.
Eine Teilzahlung wird in diesem Rechner zuerst auf die Hauptforderung angerechnet, weil das die konservative und für den Schuldner günstigste Sichtweise ist. Die gesetzliche Tilgungsreihenfolge des § 367 BGB kehrt das um: Zahlungen decken zunächst Kosten, dann Zinsen und erst zuletzt die Hauptleistung. Wenn Sie eine Forderung streng nach § 367 BGB abrechnen wollen, ziehen Sie die Teilzahlung deshalb nicht ab, sondern rechnen die Abschnitte vor und nach der Zahlung getrennt.
Ein Beispiel mit dem hinterlegten Basiszinssatz von 1,52 Prozent: Eine Rechnung über 5.000 Euro an ein Unternehmen ist 60 Tage überfällig. Der Zinssatz beträgt 10,52 Prozent, die Zinsen also 86,47 Euro. Mit der Pauschale von 40 Euro ergibt sich eine Gesamtforderung von 5.126,47 Euro. Wäre der Schuldner eine Privatperson, gälten 6,52 Prozent, also 53,59 Euro Zinsen und keine Pauschale.
Wann sich ein vertraglicher Zinssatz lohnt
Der gesetzliche Satz ist eine Untergrenze. Nach § 288 Abs. 3 BGB bleibt es unbenommen, einen höheren Zins aus einem anderen Rechtsgrund zu verlangen, insbesondere aus einer wirksamen Vereinbarung in den Lieferbedingungen. Bei einem Basiszinssatz nahe null liegt der gesetzliche Satz zwischen Unternehmern bei gut neun Prozent, ein vereinbarter Satz von zwölf Prozent bringt dann spürbar mehr. Steigt der Basiszinssatz, kehrt sich das Verhältnis um. Der Rechner setzt einen eingetragenen Vertragszinssatz deshalb nie unterhalb des gesetzlichen Satzes an und zeigt in der Kennzahl für den angewandten Satz, welcher der beiden gewonnen hat.
Gegenüber Verbrauchern sind solche Klauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen problematisch und häufig unwirksam. Im Zweifel bleibt es dann beim gesetzlichen Satz, den dieser Rechner ohne weitere Eingabe verwendet.
Was Sie mit dem Ergebnis anfangen
Für ein Mahnschreiben brauchen Sie drei Zahlen: die offene Hauptforderung, die bis heute aufgelaufenen Zinsen und die Nebenforderungen. Für den Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids kommt der Tageszins hinzu, weil dort in aller Regel laufende Zinsen ab einem Stichtag beantragt werden. Die Kennzahl zur effektiven Belastung setzt die gesamte Nebenforderung ins Verhältnis zur Hauptforderung und zeigt, ab wann sich der Aufwand einer gerichtlichen Geltendmachung lohnt.
Am meisten bringt der Verzugsanspruch, bevor er berechnet werden muss. Ein Hinweis auf die gesetzlichen Folgen in der Rechnung und ein zügiges erstes Mahnschreiben verkürzen die Verzugsdauer oft stärker, als jeder Zinssatz sie später ausgleicht.
Alle Ergebnisse sind eine Schätzung auf Basis Ihrer Eingaben und der hinterlegten gesetzlichen Parameter und ersetzen keine Rechtsberatung.
Über diesen Verzugszinsen Rechner
Nutzen Sie diesen Verzugszinsen Rechner, um sofort eine genaue Schätzung zu erhalten. Die Werte folgen den offiziellen Vorgaben und werden für 2026 aktuell gehalten. Passen Sie die Eingaben oben an Ihre Situation an oder sehen Sie sich alle unsere Rechner an, um den nächsten Schritt zu planen.
Über diesen Verzugszinsen Rechner
Nutzen Sie diesen Verzugszinsen Rechner, um sofort eine genaue Schätzung zu erhalten. Die Werte folgen den offiziellen Vorgaben und werden für 2026 aktuell gehalten. Passen Sie die Eingaben oben an Ihre Situation an oder sehen Sie sich alle unsere Rechner an, um den nächsten Schritt zu planen.
Über diesen Verzugszinsen Rechner
Nutzen Sie diesen Verzugszinsen Rechner, um sofort eine genaue Schätzung zu erhalten. Die Werte folgen den offiziellen Vorgaben und werden für 2026 aktuell gehalten. Passen Sie die Eingaben oben an Ihre Situation an oder sehen Sie sich alle unsere Rechner an, um den nächsten Schritt zu planen.
Tax year 2026
