Pflegetagegeld-Rechner Deutschland
Der Pflegetagegeld Rechner vergleicht Pflegekosten, gesetzliches Pflegegeld und privaten Tagessatz und zeigt das benötigte Tagegeld und die verbleibende Lücke.

Wozu es dient
Der Pflegetagegeld-Rechner zeigt, welchen Teil der Pflegekosten das gesetzliche Pflegegeld trägt, wie viel eine private Pflegetagegeldversicherung mit dem vereinbarten Tagessatz beisteuert und welche Lücke danach noch offen bleibt.
Datenquellen & Parameter
Die folgenden Werte steuern diesen Rechner. Wir halten sie mit den aktuellen offiziellen Vorgaben im Einklang, und jedes Ergebnis wird bei jeder Änderung automatisch neu berechnet.
| Parameter | Wert | Quelle | Zuletzt aktualisiert |
|---|---|---|---|
| Gesetzliches Pflegegeld monatlich je Pflegegrad (§37 SGB XI) fuer Pflegetagegeld-Luecke | Tarifstaffel | gesetze-im-internet.de | Gültig ab 2026-01-01Gesetzliches Pflegegeld je Pflegegrad und Monat (§ 37 SGB XI) zur Ermittlung der Pflegetagegeld-Lücke; Werte noch zu bestätigen. |
Wir bemühen uns stets, für jede Variable die aktuellsten Daten zu verwenden, damit unsere Ergebnisse und Berichte so genau wie möglich sind. Dennoch sind Fehler möglich — verlassen Sie sich nicht allein auf dieses Tool oder seinen Bericht. Für Entscheidungen auf dieser Grundlage übernehmen wir keine Haftung.
Die Formel
Privates Pflegetagegeld je Monat = vereinbarter Tagessatz × 365 ÷ 12; verbleibende Lücke = Pflegekosten − gesetzliches Pflegegeld − eigenes Einkommen − privates Pflegetagegeld
So funktioniert es
Der Rechner liest das gesetzliche Pflegegeld für den gewählten Pflegegrad aus der hinterlegten Parametertabelle. Den vereinbarten Tagessatz rechnet er mit 365 Kalendertagen im Jahr auf einen Monatsbetrag um, weil Pflegetagegeld für jeden Kalendertag gezahlt wird. Gesetzliche Leistung, privates Tagegeld und ein eventuell eingetragenes eigenes Einkommen ergeben zusammen die verfügbaren Mittel; die Differenz zu den monatlichen Pflegekosten ist die verbleibende Lücke. Zusätzlich weist der Rechner die Lücke ohne Police aus, den Tagessatz, der diese Lücke exakt schließen würde, die Deckungsquote sowie das Verhältnis von Jahresleistung zu Jahresbeitrag und rechnet die offenen Beträge auf die angenommene Pflegedauer hoch.
Wo es verwendet wird
- Den passenden Tagessatz für eine Pflegetagegeldversicherung bestimmen
- Die Finanzierungslücke der häuslichen Pflege für einen bestimmten Pflegegrad sichtbar machen
- Beitrag und Leistung einer angebotenen Police ins Verhältnis setzen
Rechenbeispiel
Eine Rentnerin wird mit Pflegegrad 3 zu Hause versorgt. Die Pflege kostet 2.600,00 € im Monat: ambulanter Dienst, Betreuung, Fahrten und Hilfsmittel. Das gesetzliche Pflegegeld beträgt …, aus ihrer Rente kann sie 900,00 € beisteuern. Ohne private Absicherung fehlen damit … im Monat; um diese Lücke exakt zu schließen, wäre ein Tagessatz von … nötig. Ihre vor Jahren abgeschlossene Police zahlt 30,00 € je Kalendertag, also … im Monat. Zusammen stehen … zur Verfügung, die Deckungsquote liegt bei … und die Police schließt … der ursprünglichen Lücke. Offen bleiben … im Monat, über 6 Jahre also … — statt … ohne die Police. Dem stehen … Beitrag im Jahr gegenüber, während im Leistungsfall … fließen.
Der Pflegetagegeld Rechner beantwortet die Frage vor jedem Abschluss: Wie groß ist die Lücke zwischen dem, was Pflege kostet, und dem, was die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt, und welcher Tagessatz schließt sie? Beides lässt sich für jeden Pflegegrad durchspielen.
Warum die gesetzliche Pflegeversicherung nur ein Teil ist
Die soziale Pflegeversicherung war von Anfang an als Teilkaskoversicherung angelegt. Sie zahlt einen festen Betrag je Pflegegrad, nicht die tatsächlichen Kosten. Was darüber hinausgeht, tragen die pflegebedürftige Person und ihre Familie.
In der häuslichen Pflege entsteht die Lücke aus drei Richtungen. Der ambulante Dienst rechnet nach Leistungskomplexen ab, und die Sätze steigen mit jeder Tarifrunde. Betreuung im Alltag, also Einkaufen, Begleitung zu Terminen oder Anwesenheit in der Nacht, ist mit den gesetzlichen Beträgen praktisch nicht zu finanzieren. Und wenn Angehörige die Pflege übernehmen, entstehen indirekte Kosten durch weniger Arbeitszeit, fehlende Beiträge und aufgegebene Karriereschritte.
Zwischen den Kosten und der gesetzlichen Leistung bleibt deshalb oft ein vierstelliger Monatsbetrag. Wer nicht über entsprechendes Vermögen verfügt, braucht dafür eine Lösung: private Absicherung, Unterhalt der Kinder oder am Ende die Hilfe zur Pflege des Sozialamtes.
So rechnet der Pflegetagegeld Rechner
Der Rechner arbeitet in vier Schritten und braucht dafür nur wenige Angaben.
Zuerst die gesetzliche Leistung: Aus dem gewählten Pflegegrad wird der monatliche Pflegegeldbetrag nach § 37 SGB XI gelesen. Er ist als gepflegter Parameter hinterlegt, derzeit 347 Euro bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Grad 3, 800 Euro bei Grad 4 und 990 Euro bei Grad 5. Pflegegrad 1 sieht kein Pflegegeld vor, hier steht in dieser Zeile eine Null.
Dann das private Tagegeld: Der vereinbarte Tagessatz wird mit 365 Kalendertagen im Jahr auf zwölf Monate verteilt. Pflegetagegeld läuft an jedem Kalendertag, auch an Feiertagen. Ein Satz von 30 Euro ergibt deshalb durchschnittlich 912,50 Euro im Monat.
Danach die Lücke: Von den eingetragenen Pflegekosten werden das gesetzliche Pflegegeld und ein eventuelles eigenes Einkommen abgezogen. Das ist die Lücke ohne Police. Kommt das private Tagegeld hinzu, bleibt die verbleibende Lücke. Beide Werte stehen nebeneinander, damit sichtbar wird, was die Versicherung tatsächlich ausmacht.
Zuletzt die Einordnung: Der Rechner ermittelt zusätzlich den Tagessatz, der die Lücke genau schließen würde, die Deckungsquote der Pflegekosten, den von der Police geschlossenen Anteil der Lücke sowie die Jahresleistung im Verhältnis zum Jahresbeitrag. Zum Schluss rechnet er die offenen Beträge auf die angenommene Pflegedauer hoch.
Ein Beispiel: Bei Pflegegrad 4 und 2.200 Euro Pflegekosten im Monat zahlt die Pflegekasse 800 Euro, es fehlen 1.400 Euro. Über fünf Jahre sind das 84.000 Euro. Ein Tagessatz von 46,03 Euro würde die Lücke genau schließen. Eine Police mit 50 Euro am Tag bringt 1.520,83 Euro im Monat und lässt einen Überschuss von 120,83 Euro.
Die Leistungsstaffel entscheidet über den Vertrag
Fast jede Werbung nennt einen Tagessatz, und fast immer ist damit der Satz bei Pflegegrad 5 gemeint. Tatsächlich zahlen die meisten Tarife bei niedrigeren Pflegegraden nur einen Bruchteil davon, bei Pflegegrad 2 in manchen Tarifen nur zehn oder zwanzig Prozent.
Hier unterscheiden sich die Verträge am stärksten. Zwei Policen mit identischem Höchsttagegeld und ähnlichem Beitrag können bei Pflegegrad 2 oder 3 das Drei- bis Vierfache auseinanderliegen. Dabei bleiben die meisten Menschen jahrelang in diesen mittleren Graden, bevor sie einen höheren Grad erreichen, falls überhaupt.
Deshalb fragt der Rechner nach dem Satz für den gewählten Pflegegrad und nicht nach dem Höchstsatz. Schlagen Sie in Ihren Bedingungen die Leistungstabelle auf, wählen Sie im Rechner nacheinander die Grade 2 bis 5 und tragen Sie jeweils den passenden Satz ein. So sehen Sie, ob die Police in der wahrscheinlichsten Situation trägt oder nur im Extremfall.
Das Diagramm lesen
Das Kreisdiagramm zerlegt die monatlichen Pflegekosten in ihre Finanzierungsquellen: gesetzliches Pflegegeld, eigenes Einkommen, privates Pflegetagegeld und, falls vorhanden, die verbleibende Lücke.
Solange eine Lücke besteht, ergeben die Segmente zusammen genau die eingetragenen Pflegekosten. Übersteigen die Leistungen die Kosten, verschwindet das Lückensegment und die Summe entspricht den verfügbaren Mitteln; den darüber hinausgehenden Betrag weist der Rechner separat als Überschuss aus. Ein moderater Überschuss dient als Puffer, denn Pflegekosten steigen im Verlauf fast immer.
Beitrag und Leistung ins Verhältnis setzen
Die Zeile für die Leistung je Euro Beitrag ist einfach gehalten: Sie teilt die Jahresleistung im Leistungsfall durch den Jahresbeitrag. Im Beispiel sind das 18.250 Euro Leistung zu 480 Euro Beitrag, also 38,02 Euro je Euro. Der Wert ist keine Rendite, denn er blendet aus, wie viele beitragspflichtige Jahre bis zum Leistungsfall vergehen und ob überhaupt jemals ein Pflegegrad festgestellt wird.
Als Vergleichsgröße zwischen zwei Angeboten taugt er trotzdem, wenn Sie beide Policen mit demselben Pflegegrad und denselben Kosten durchrechnen. Achten Sie beim Vergleich zusätzlich auf drei Punkte, die kein Rechner abbilden kann: die Beitragsbefreiung im Leistungsfall, das Recht auf Beitragsanpassung im Tarif und eine mögliche Wartezeit nach Vertragsbeginn.
Für wen sich die Rechnung besonders lohnt
Für einige Gruppen ist das Ergebnis besonders wichtig.
Menschen zwischen vierzig und sechzig ohne Rücklagen für die Pflege: Hier ist der Beitrag noch moderat, und die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten Jahrzehnten pflegebedürftig zu werden, ist statistisch hoch. Wer erst mit siebzig abschließt, zahlt ein Vielfaches, sofern die Gesundheitsprüfung überhaupt noch gelingt.
Alleinstehende ohne Kinder: Ihnen fehlt das Netz, mit dem die gesetzliche Teilabsicherung stillschweigend rechnet: Angehörige, die Pflege unentgeltlich übernehmen. Was diese Lücke kostet, zeigt die Zeile für den benötigten Tagessatz besonders deutlich, wenn Sie die Pflegekosten realistisch mit einem Dienst statt mit Angehörigenpflege ansetzen.
Eigentümerinnen und Eigentümer selbstgenutzter Immobilien: Reicht das Einkommen nicht, prüft das Sozialamt vor der Hilfe zur Pflege das Vermögen. Ein angemessenes Haus ist geschützt, solange Sie oder Ihre Familie darin wohnen. Bei einem Umzug ins Heim kann dieser Schutz entfallen. Eine Police, die den laufenden Fehlbetrag deckt, kann einen Verkauf dann vermeiden helfen.
Wer bereits eine Police hat, nutzt den Rechner umgekehrt: Tragen Sie den vertraglich zugesagten Satz für jeden Pflegegrad ein und prüfen Sie, welcher Anteil der heutigen Pflegekosten damit gedeckt wäre. Tarife aus den 2010er-Jahren sind oft mit Tagessätzen kalkuliert, die dem damaligen Kostenniveau entsprachen.
Was der Rechner nicht abbildet
Er berechnet keinen Beitrag. Was eine Police kostet, hängt von Eintrittsalter, Gesundheitsprüfung, gewählter Staffel und Tarifwerk ab. Jede Zahl, die ein Rechner an dieser Stelle nennt, wäre geraten. Der Monatsbeitrag ist deshalb ein Eingabefeld für den Wert aus einem konkreten Angebot.
Ebenfalls nicht enthalten sind die vollstationäre Pflege mit ihren eigenen Leistungsbeträgen und dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil, die staatlich geförderte Pflegevorsorge, der Elternunterhalt volljähriger Kinder mit mehr als 100.000 Euro Jahreseinkommen und die Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII. Auch steigende Pflegekosten über die Jahre bleiben außen vor, die Hochrechnung über die Pflegedauer arbeitet mit konstanten Beträgen.
Betrachten Sie die Ergebnisse als Schätzung für Ihre Planung. Verbindlich sind allein die Bedingungen Ihres Versicherungsvertrags und der Bescheid Ihrer Pflegekasse. Dieser Rechner ersetzt weder eine Versicherungsberatung noch eine Pflegeberatung nach § 7a SGB XI.
Über diesen Pflegetagegeld Rechner
Nutzen Sie diesen Pflegetagegeld Rechner, um sofort eine genaue Schätzung zu erhalten. Die Werte folgen den offiziellen Vorgaben und werden für 2026 aktuell gehalten. Passen Sie die Eingaben oben an Ihre Situation an oder sehen Sie sich alle unsere Rechner an, um den nächsten Schritt zu planen.
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