Erhaltungsaufwand vs. Herstellungskosten Deutschland

Der Erhaltungsaufwand Rechner für Vermieter prüft, ob Baukosten sofort abziehbar bleiben oder als anschaffungsnahe Herstellungskosten abgeschrieben werden.

Erhaltungsaufwand vs. Herstellungskosten Deutschland
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Erweiterte Optionen
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Sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand —
Zu aktivierende Herstellungskosten —
15-Prozent-Grenze —
Gebäudeanteil des Kaufpreises —
Verbleibender Spielraum bis zur Grenze —
Ausschöpfung der Grenze —
Jährliche AfA auf die Aktivierung —
Steuerentlastung im ersten Jahr —
Nachteil im ersten Jahr —
Jahre bis zur vollen Abschreibung —

Wir bemühen uns stets, für jede Variable die aktuellsten Daten zu verwenden, damit unsere Ergebnisse und Berichte so genau wie möglich sind. Dennoch sind Fehler möglich — verlassen Sie sich nicht allein auf dieses Tool oder seinen Bericht. Für Entscheidungen auf dieser Grundlage übernehmen wir keine Haftung.

Wozu es dient

Der Rechner beantwortet die Frage, die nach jedem Immobilienkauf über die Steuererklärung entscheidet: Bleiben die Handwerkerrechnungen sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand, oder werden sie zu anschaffungsnahen Herstellungskosten, die nur über die Gebäude-AfA in kleinen Jahresscheiben wirken? Er stellt die Baukosten der gesetzlichen 15-Prozent-Grenze gegenüber und zeigt, wie viel Spielraum noch bleibt.

Datenquellen & Parameter

Die folgenden Werte steuern diesen Rechner. Wir halten sie mit den aktuellen offiziellen Vorgaben im Einklang, und jedes Ergebnis wird bei jeder Änderung automatisch neu berechnet.

ParameterWertQuelleZuletzt aktualisiert
Anschaffungsnahe Herstellungskosten: übersteigen die Netto-Instandsetzungskosten innerhalb von drei Jahren 15 Prozent der Gebäude-Anschaffungskosten, sind sie zu aktivieren und kein Erhaltungsaufwand (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG)0,15gesetze-im-internet.deGültig ab 2026-01-01Anschaffungsnahe Herstellungskosten: übersteigen die Netto-Instandsetzungskosten innerhalb von drei Jahren 15 Prozent der Gebäude-Anschaffungskosten, sind sie zu aktivieren und kein Erhaltungsaufwand (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG)
Anschaffungsnahe Herstellungskosten: Betrachtungszeitraum von drei Jahren nach der Anschaffung (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG)3gesetze-im-internet.deGültig ab 2026-01-01Anschaffungsnahe Herstellungskosten: Betrachtungszeitraum von drei Jahren nach der Anschaffung (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG)
AfA-Sätze für Gebäude (§ 7 Abs. 4 und Abs. 5a EStG)Tarifstaffelgesetze-im-internet.deGültig ab 2026-01-01AfA-Sätze für Gebäude (§ 7 Abs. 4 und Abs. 5a EStG)
Lineare Gebaeude-AfA Wohngebaeude Fertigstellung nach 31.12.2022 (§ 7 Abs. 4 Nr. 2a EStG)0,03gesetze-im-internet.deGültig ab 2026-01-01Lineare Gebäude-AfA für Wohngebäude mit Fertigstellung nach dem 31.12.2022 (§ 7 Abs. 4 Nr. 2a EStG); Satz noch zu bestätigen.

Wir bemühen uns stets, für jede Variable die aktuellsten Daten zu verwenden, damit unsere Ergebnisse und Berichte so genau wie möglich sind. Dennoch sind Fehler möglich — verlassen Sie sich nicht allein auf dieses Tool oder seinen Bericht. Für Entscheidungen auf dieser Grundlage übernehmen wir keine Haftung.

Die Formel

Grenze = Kaufpreis × Gebäudeanteil × 15 %; Baukosten > Grenze innerhalb von 3 Jahren ⇒ Aktivierung und AfA statt Sofortabzug

So funktioniert es

Zuerst wird der Gebäudeanteil aus dem Kaufpreis herausgerechnet, denn nur er trägt die Grenze; der Grund und Boden bleibt außen vor. Auf diesen Gebäudewert wird die Quote von 15% angewendet. Liegen die Netto-Baukosten der ersten 3 Jahre darüber, wandert der gesamte Betrag in die Herstellungskosten und wird abgeschrieben. Jährlich üblicherweise anfallende Erhaltungsarbeiten bleiben aus dem Test heraus, Erweiterungskosten sind ohnehin immer Herstellungskosten. Zum Schluss wird die Entlastung im ersten Jahr mit Ihrem Grenzsteuersatz bewertet.

Wo es verwendet wird

  • Vor der Sanierung prüfen, wie viel Budget bis zur 15-Prozent-Grenze bleibt
  • Baumaßnahmen bewusst über die Dreijahresfrist hinausschieben
  • Den Unterschied zwischen Sofortabzug und Abschreibung in Euro beziffern

Rechenbeispiel

Eine vermietete Eigentumswohnung kostet 320.000 €, davon entfallen 75 Prozent auf das Gebäude, also …. Daraus ergibt sich eine 15-Prozent-Grenze von …. Im zweiten Jahr nach dem Kauf werden Bad, Heizung und Fenster für 45.000 € netto erneuert. Damit ist die Grenze zu … ausgeschöpft, der Spielraum beträgt …, und der Sofortabzug fällt auf …. Aktiviert werden …, die mit der linearen Bestands-AfA nur … pro Jahr bringen. Die Steuerentlastung im ersten Jahr sinkt damit auf … statt der sonst möglichen Entlastung, ein Nachteil von … allein im ersten Jahr; bis zur vollen Abschreibung vergehen … Jahre.

Bleiben Handwerkerrechnungen nach einem Immobilienkauf sofort abziehbar, oder werden sie zu anschaffungsnahen Herstellungskosten, die nur in kleinen Jahresbeträgen über die Gebäude-AfA wirken? Der Erhaltungsaufwand Rechner klärt das. Sie geben Kaufpreis, Gebäudeanteil, Baukosten und den Abstand zum Kaufdatum ein. Der Rechner zeigt die 15-Prozent-Grenze, den verbleibenden Spielraum und den Unterschied in Euro.

Warum diese Grenze so viel ausmacht

Wer eine Immobilie zum Vermieten kauft, saniert sie fast immer. Bad, Heizung, Fenster, Elektrik und Böden summieren sich schnell auf einen fünfstelligen Betrag. Steuerlich gibt es dafür zwei Wege.

Erhaltungsaufwand sind Werbungskosten. Sie wirken im Jahr der Zahlung in voller Höhe gegen Ihre Mieteinnahmen und Ihr übriges Einkommen. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent holen Sie sich von 45.000 Euro Baukosten fast 19.000 Euro über die Steuererklärung zurück, und zwar sofort.

Herstellungskosten erhöhen dagegen die Bemessungsgrundlage der Gebäudeabschreibung. Bei einem Bestandsgebäude mit zwei Prozent linearer AfA bringen dieselben 45.000 Euro nur 900 Euro Abschreibung im Jahr, rund 378 Euro Steuerentlastung. Der Rest folgt über die nächsten Jahrzehnte. Insgesamt geht nichts verloren, aber Geld heute ist mehr wert als Geld in 30 Jahren.

Welcher Weg gilt, entscheidet eine Zahl: 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes innerhalb von drei Jahren nach dem Kauf.

Was der Rechner prüft

Zuerst trennt er Grund und Boden vom Gebäude. Bezugsgröße für die Grenze ist nur der Gebäudeanteil des Kaufpreises, denn nur er wird abgeschrieben. Bei 320.000 Euro Kaufpreis und 75 Prozent Gebäudeanteil sind das 240.000 Euro.

Davon sind 15 Prozent 36.000 Euro. So viel dürfen Ihre Baumaßnahmen in den ersten drei Jahren netto höchstens kosten.

Dann vergleicht er Ihre Baukosten mit dieser Grenze und berücksichtigt, wie viele Jahre seit dem Kauf vergangen sind. Liegt der Kauf länger als drei Jahre zurück, greift die Regel nicht mehr, und selbst eine Großsanierung bleibt Erhaltungsaufwand.

Zum Schluss bewertet er das Ergebnis mit Ihrem Grenzsteuersatz. Sie sehen die Entlastung im ersten Jahr, die jährliche AfA auf den aktivierten Betrag und den Nachteil im ersten Jahr, wenn die Grenze überschritten ist. Im Beispiel mit 45.000 Euro Baukosten wird der gesamte Betrag aktiviert, weil er über 36.000 Euro liegt.

Was aus dem Test herausfällt

Nicht jeder Euro an Handwerker zählt mit. Der Rechner hat für die beiden wichtigsten Ausnahmen eigene Felder.

Jährlich übliche Erhaltungsarbeiten bleiben unberücksichtigt: Heizungswartung, Schornsteinfeger, ein tropfender Wasserhahn, der Tausch einer defekten Therme. Diese Beträge ziehen Sie sofort ab, egal wie hoch die übrigen Baukosten sind.

Auch Erweiterungskosten bleiben draußen. Wer anbaut, das Dach ausbaut oder die Wohnfläche vergrößert, schafft neue Substanz. Solche Kosten sind ohnehin Herstellungskosten und werden immer abgeschrieben. In die 15 Prozent zählen sie nicht, in die Abschreibung schon.

Außerdem gibt es die sogenannte Standardhebung. Werden mindestens drei der vier zentralen Ausstattungsbereiche Heizung, Sanitär, Elektro und Fenster deutlich verbessert, kann das Finanzamt allein deshalb Herstellungskosten annehmen, auch unterhalb von 15 Prozent. Diese Prüfung kann der Rechner nicht abbilden. Besprechen Sie sie mit Ihrer Steuerberatung.

Drei Stellschrauben

Der Zeitpunkt wirkt am stärksten. Beauftragen Sie die große Maßnahme erst im vierten Jahr nach dem Kauf, gilt die Regel nicht. Der Rechner zeigt das, sobald Sie bei den Jahren seit dem Kauf eine Vier eintragen.

Die Kaufpreisaufteilung ist der zweite Hebel. Ein höherer Gebäudeanteil hebt die Grenze, denn 15 Prozent von 280.000 Euro sind mehr als 15 Prozent von 200.000 Euro. Die Aufteilung muss aber sachgerecht und belegbar sein, etwa über die Bodenrichtwerte.

Der dritte Hebel ist die Reihenfolge der Gewerke. Wer in den ersten drei Jahren nur so viel investiert, wie die Grenze zulässt, und den Rest später beauftragt, kann beide Teile sofort abziehen. Der ausgewiesene Spielraum zeigt, wie viel Budget noch frei ist.

So nutzen Sie den Rechner

  1. Tragen Sie den Kaufpreis ohne Nebenkosten ein.
  2. Schätzen Sie den Gebäudeanteil in Prozent, meist zwischen 60 und 85 Prozent.
  3. Geben Sie die geplanten oder angefallenen Baukosten netto ein.
  4. Setzen Sie die Jahre seit dem Kauf und Ihren Grenzsteuersatz.
  5. Ergänzen Sie in den erweiterten Optionen laufende Erhaltungsarbeiten und Erweiterungskosten.

Das Diagramm zeigt die kumulierte Steuerentlastung über zehn Jahre für beide Behandlungen. Der Abstand zwischen den Linien ist der Preis dafür, die Grenze überschritten zu haben.

Was zu den Baukosten gehört

In den Test gehen nicht nur Handwerkerrechnungen ein, sondern auch selbst beschafftes Material, Kosten für Architekten und Statiker, soweit sie auf die Maßnahme entfallen, und die Entsorgung des Bauschutts. Wer nur die Rechnung des Generalunternehmers ansetzt, rechnet sich zu nah an die Grenze und erlebt bei einer Prüfung eine Überraschung.

Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch gehören dagegen nicht zu den Baukosten. Sie erhöhen die Anschaffungskosten des Gebäudes und damit sogar die Grenze, weil diese sich aus den Anschaffungskosten ableitet. Der Rechner arbeitet mit dem Kaufpreis, weil er die vorsichtigere und leichter belegbare Größe ist. Wer die Nebenkosten anteilig auf das Gebäude verteilt, darf den Wert entsprechend erhöhen.

Für die Frist zählt der Zeitpunkt, an dem die Bauleistung erbracht wird, nicht die Beauftragung und nicht die Zahlung. Eine Maßnahme, die im Dezember des dritten Jahres beginnt und im Februar des vierten Jahres fertig wird, muss aufgeteilt werden.

Grenzen der Berechnung

Der Rechner unterstellt einen gleichbleibenden Grenzsteuersatz und eine lineare Gebäude-AfA. Progression, Verlustvorträge, degressive Abschreibung für neue Wohngebäude, Denkmalabschreibung und die Umsatzsteuer bleiben außen vor. Ob eine Maßnahme als Standardhebung gilt, entscheidet das Finanzamt.

Alle Ergebnisse sind Schätzwerte auf Basis Ihrer Eingaben und der hinterlegten gesetzlichen Werte und ersetzen keine Steuerberatung.

Über diesen Erhaltungsaufwand Rechner

Nutzen Sie diesen Erhaltungsaufwand Rechner, um sofort eine genaue Schätzung zu erhalten. Die Werte folgen den offiziellen Vorgaben und werden für 2026 aktuell gehalten. Passen Sie die Eingaben oben an Ihre Situation an oder sehen Sie sich alle unsere Rechner an, um den nächsten Schritt zu planen.

Tax year 2026

Häufig gestellte Fragen

Was macht der Erhaltungsaufwand Rechner?
Er vergleicht die Netto-Kosten Ihrer Baumaßnahmen mit der gesetzlichen 15-Prozent-Grenze. Dazu rechnet er den Gebäudeanteil aus dem Kaufpreis heraus, ermittelt die Grenze und zeigt, ob die Kosten sofort abziehbar bleiben oder als anschaffungsnahe Herstellungskosten aktiviert werden müssen. Den Unterschied beziffert er in Euro.
Was sind anschaffungsnahe Herstellungskosten?
Übersteigen die Instandsetzungs- und Modernisierungskosten in den ersten drei Jahren nach dem Kauf 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes, behandelt das Finanzamt sie nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG nicht mehr als Erhaltungsaufwand. Sie erhöhen dann die Bemessungsgrundlage der Gebäude-AfA und wirken nur noch über viele Jahre verteilt.
Zählt die Umsatzsteuer bei der Prüfung mit?
Nein. Für die Prüfung der Grenze zählen die Nettobeträge ohne Umsatzsteuer, deshalb erwartet der Rechner die Baukosten netto. Wer keinen Vorsteuerabzug hat, kann die Umsatzsteuer später als Werbungskosten oder als Teil der Herstellungskosten ansetzen, für den Test selbst bleibt sie außen vor.
Welche Arbeiten bleiben aus dem Test heraus?
Jährlich üblicherweise anfallende Erhaltungsarbeiten wie Heizungswartung, Schornsteinfeger oder kleine Reparaturen. Auch Erweiterungen, etwa ein Anbau oder eine neue Dachgaube, gehen nicht in den Test ein. Sie sind aber ohnehin Herstellungskosten und werden immer abgeschrieben.
Wann läuft die Dreijahresfrist ab?
Die Frist beginnt mit dem Übergang von Nutzen und Lasten, meist mit der Übergabe, und läuft drei Jahre. Maßgeblich ist, wann die Bauleistung erbracht wird. Wer eine größere Maßnahme hinter die Frist verschiebt, fällt mit ihr ganz aus der Regel heraus.
Ist das Ergebnis verbindlich?
Nein. Der Rechner gibt eine Orientierung auf Basis Ihrer Eingaben und der hinterlegten gesetzlichen Werte. Einzelfälle wie eine Standardhebung in drei der vier zentralen Ausstattungsbereiche, eine Sanierung in Raten oder gemischt genutzte Objekte können anders zu beurteilen sein. Verbindlich ist der Steuerbescheid.

Über den Autor

Taha Kheirandish

Verfasst und geprüft von

Taha Kheirandish

Wirtschaftsstudent und unabhängiger Forscher

Taha Kheirandish liest Steuergesetze so, wie andere Landkarten lesen: um herauszufinden, wohin ein System tatsächlich führt — nicht, wohin es zu führen behauptet.

Er studiert Volkswirtschaftslehre, und seine Arbeit hier ist von Grund auf vergleichend angelegt. Der Zuschlag für einen späteren Rentenbeginn in Québec, die Entfernungspauschale in Deutschland, die Mietpreisbegrenzung in den Niederlanden: Jede dieser Regeln ist eine Entscheidung darüber, wie Geld fließen soll — und jede liest sich anders, sobald acht weitere danebenliegen. Er baut und prüft die Rechner dieser Seite für neun Märkte anhand der Primärquellen: das Gesetz statt einer Zusammenfassung, das Rundschreiben des Ministeriums statt einer Meldung darüber.

Das ist zugleich der redaktionelle Maßstab dieser Seite. Jeder Satz, jede Grenze und jede Stufe trägt hier das Dokument, aus dem sie stammt, und das Datum ihres Inkrafttretens — und wird überprüft, wenn sich das Recht ändert, nicht erst, wenn es jemandem auffällt.

Er ist Forscher, kein zugelassener Berater; nichts auf dieser Seite ist eine persönliche Finanzberatung. Es ist sorgfältig gerechnete Arithmetik mit offengelegten Quellen — damit Sie sie nachprüfen und mit ihr zu jemandem gehen können, der beraten darf.

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