{"id":715140,"date":"2026-09-02T12:09:52","date_gmt":"2026-09-02T12:09:52","guid":{"rendered":"https:\/\/financekit.tools\/tools\/wohnflaeche-berechnen\/"},"modified":"2026-10-24T05:21:35","modified_gmt":"2026-10-24T02:21:35","slug":"wohnflaeche-berechnen","status":"publish","type":"ftk_tool","link":"https:\/\/financekit.tools\/de\/tools\/immobilien\/wohnflaeche-berechnen\/","title":{"rendered":"Wohnfl\u00e4chenberechnung (WoFlV) Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Wer die Wohnfl\u00e4che berechnen will, merkt schnell, dass die gemessene Grundfl\u00e4che und die rechtlich z\u00e4hlende Wohnfl\u00e4che zwei verschiedene Zahlen sind. Die Wohnfl\u00e4chenverordnung gewichtet einzelne Bereiche unterschiedlich: Unter Dachschr\u00e4gen z\u00e4hlt weniger, Balkone z\u00e4hlen nur zu einem Bruchteil, und Fl\u00e4chen unter einem Meter Raumh\u00f6he z\u00e4hlen \u00fcberhaupt nicht. Dieser Rechner setzt die Gewichte des \u00a74 WoFlV auf Ihr Aufma\u00df an und zeigt, wie viele Quadratmeter am Ende \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<h2>Warum Sie die Wohnfl\u00e4che berechnen sollten<\/h2>\n<p>Die Wohnfl\u00e4che ist die Bezugsgr\u00f6\u00dfe f\u00fcr eine ganze Reihe von Betr\u00e4gen, die Sie jeden Monat zahlen oder einnehmen. Die Betriebskostenabrechnung verteilt einen gro\u00dfen Teil der Kosten nach Fl\u00e4che. Der \u00f6rtliche Mietspiegel arbeitet mit Euro je Quadratmeter, sodass jede zu hoch angesetzte Fl\u00e4che die zul\u00e4ssige Miete rechnerisch nach oben zieht. Beim Kauf bestimmt die Fl\u00e4che den Quadratmeterpreis, mit dem Sie Angebote vergleichen. Und in der Steuererkl\u00e4rung entscheidet der Fl\u00e4chenanteil des Arbeitszimmers an der Wohnfl\u00e4che dar\u00fcber, welcher Teil Ihrer Wohnkosten abziehbar ist.<\/p>\n<p>Gerade in Dachgeschosswohnungen weicht die im Expos\u00e9 oder Mietvertrag genannte Fl\u00e4che h\u00e4ufig von der Verordnung ab. Nicht immer aus b\u00f6ser Absicht: Alte Vertr\u00e4ge \u00fcbernehmen oft Zahlen aus der Bauakte, die nach anderen Regeln entstanden sind, etwa nach der II. Berechnungsverordnung oder der DIN 277, die Grundfl\u00e4chen ganz anders behandelt. Wer selbst nachmisst, hat eine eigene Zahl statt einer \u00fcberlieferten.<\/p>\n<h2>Die Gewichte des \u00a74 WoFlV im Einzelnen<\/h2>\n<p>Die Verordnung teilt die Grundfl\u00e4che in Klassen und ordnet jeder ein Gewicht zu. Der Rechner arbeitet mit genau diesen Klassen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ab zwei Metern Raumh\u00f6he z\u00e4hlt die Grundfl\u00e4che vollst\u00e4ndig. Das ist der Normalfall in Wohnungen ohne Schr\u00e4gen.<\/li>\n<li>Zwischen einem Meter und knapp zwei Metern z\u00e4hlt die Grundfl\u00e4che zur H\u00e4lfte. In ausgebauten Dachgeschossen f\u00e4llt oft ein sp\u00fcrbarer Teil der Fl\u00e4che in diese Klasse.<\/li>\n<li>Unter einem Meter Raumh\u00f6he z\u00e4hlt die Grundfl\u00e4che gar nicht. Der Stauraum ganz hinten unter der Schr\u00e4ge ist praktisch, z\u00e4hlt aber nicht zur Wohnfl\u00e4che.<\/li>\n<li>Unbeheizte Winterg\u00e4rten, Schwimmb\u00e4der und vergleichbare, nach allen Seiten geschlossene R\u00e4ume z\u00e4hlen zur H\u00e4lfte.<\/li>\n<li>Balkone, Loggien, Dachg\u00e4rten und Terrassen z\u00e4hlen im Regelfall zu einem Viertel, h\u00f6chstens jedoch zur H\u00e4lfte. Der h\u00f6here Ansatz setzt eine besondere Qualit\u00e4t der Fl\u00e4che voraus und muss im Streitfall begr\u00fcndet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nicht zur Wohnfl\u00e4che geh\u00f6ren Zubeh\u00f6rr\u00e4ume wie Keller, Waschk\u00fcche, Trockenraum, Abstellr\u00e4ume au\u00dferhalb der Wohnung, Garagen und Heizungsr\u00e4ume, ebenso Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume und R\u00e4ume, die nicht den baurechtlichen Anforderungen an Aufenthaltsr\u00e4ume gen\u00fcgen. Der Rechner fragt sie deshalb gar nicht ab. Was Sie eintragen, sollte nur den Wohnbereich abbilden.<\/p>\n<h2>Richtig messen<\/h2>\n<p>Gemessen wird die Grundfl\u00e4che im lichten Ma\u00df zwischen den W\u00e4nden, also von Putzoberkante zu Putzoberkante. T\u00fcrnischen bleiben unber\u00fccksichtigt, ebenso Fensternischen, die nicht bis zum Boden reichen oder h\u00f6chstens 13 Zentimeter tief sind. Schornsteine, Pfeiler und S\u00e4ulen \u00fcber 1,50 Meter H\u00f6he mit mehr als 0,1 Quadratmetern Grundfl\u00e4che werden abgezogen. Sockelleisten, Schrammborde, freiliegende Installationen und fest eingebaute Gegenst\u00e4nde wie Einbauschr\u00e4nke, Badewannen oder \u00d6fen werden dagegen nicht abgezogen, die Fl\u00e4che darunter z\u00e4hlt mit (\u00a7 3 WoFlV).<\/p>\n<p>Bei Dachschr\u00e4gen brauchen Sie zwei Linien im Raum: die Linie, an der die lichte Raumh\u00f6he genau einen Meter erreicht, und die Linie bei genau zwei Metern. Sie unterteilen den Raum damit in drei Streifen, deren Grundfl\u00e4chen Sie getrennt in die drei Eingabefelder eintragen. Ein rechteckiger Raum von vier Metern Breite, bei dem die Schr\u00e4ge nach 1,5 Metern die Zweimetermarke und nach weiteren 1,2 Metern die Einmetermarke unterschreitet, liefert also einen vollen Streifen von 4 \u00d7 1,5 Metern, einen halben Streifen von 4 \u00d7 1,2 Metern und den Rest als nicht z\u00e4hlende Fl\u00e4che.<\/p>\n<h2>Was der Vergleich mit der Vertragsfl\u00e4che zeigt<\/h2>\n<p>Sobald Sie die im Vertrag genannte Fl\u00e4che und die Kaltmiete eintragen, rechnet das Werkzeug die Abweichung in Quadratmetern und in Prozent aus und bewertet sie mit dem vertraglichen Quadratmeterpreis. Das Ergebnis ist die rechnerische \u00dcberzahlung, also der Teil Ihrer Miete, der auf Fl\u00e4che entf\u00e4llt, die es nach der Verordnung nicht gibt.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: 78 Quadratmeter mit voller Raumh\u00f6he, 16 Quadratmeter unter der Schr\u00e4ge zwischen einem und zwei Metern, 6 Quadratmeter unter einem Meter und ein Balkon von 8 Quadratmetern ergeben 78 + 8 + 0 + 2 = 88 Quadratmeter Wohnfl\u00e4che. Im Vertrag stehen 100 Quadratmeter bei 900 Euro Kaltmiete, also 9 Euro je Quadratmeter. Die Abweichung betr\u00e4gt 12 Prozent, rechnerisch zahlen Sie 108 Euro im Monat oder 1.296 Euro im Jahr f\u00fcr Fl\u00e4che, die nicht z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Diese Zahl ist eine Verhandlungs- und Pr\u00fcfgr\u00f6\u00dfe, kein automatischer Anspruch. Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs behandelt eine Fl\u00e4chenabweichung erst dann als Mangel, wenn die tats\u00e4chliche Fl\u00e4che mehr als zehn Prozent unter der vereinbarten liegt. Unterhalb dieser Grenze bleibt es bei der vereinbarten Miete. Oberhalb kann die Miete anteilig gemindert und je nach Konstellation zu viel Gezahltes f\u00fcr die zur\u00fcckliegenden Jahre zur\u00fcckgefordert werden. Der Rechner weist deshalb die prozentuale Abweichung separat aus, damit Sie sehen, auf welcher Seite dieser Schwelle Sie stehen.<\/p>\n<p>Umgekehrt ist die Abweichung auch f\u00fcr Vermieter relevant. Ist die tats\u00e4chliche Fl\u00e4che gr\u00f6\u00dfer als die im Vertrag genannte, bleibt f\u00fcr die Miete die vereinbarte Fl\u00e4che ma\u00dfgeblich. F\u00fcr eine Mieterh\u00f6hung bis zur orts\u00fcblichen Vergleichsmiete darf dagegen die tats\u00e4chliche Fl\u00e4che herangezogen werden. Wer seinen Bestand einmal sauber aufmisst, vermeidet sp\u00e4tere Streitigkeiten in beide Richtungen.<\/p>\n<h2>Typische Fehlerquellen<\/h2>\n<p>Der h\u00e4ufigste Fehler ist die doppelte Erfassung: Die Balkonfl\u00e4che wird sowohl im vollen Streifen als auch im Balkonfeld eingetragen. Tragen Sie jede Fl\u00e4che genau einmal ein. Der zweitgr\u00f6\u00dfte Fehler betrifft den Balkonanteil. Ein Viertel ist der Regelfall, die H\u00e4lfte setzt eine besonders hochwertige, gut nutzbare Fl\u00e4che voraus und wird von Gerichten nicht ungepr\u00fcft akzeptiert. Der Rechner zeigt den angesetzten Anteil deshalb als eigene Ausgabe.<\/p>\n<p>Ein dritter Fehler betrifft Vertr\u00e4ge aus der Zeit vor 2004. F\u00fcr Mietverh\u00e4ltnisse, die vor Inkrafttreten der Wohnfl\u00e4chenverordnung begonnen haben und deren Fl\u00e4che damals nach der II. Berechnungsverordnung ermittelt wurde, kann diese \u00e4ltere Methode weiter gelten. Die Unterschiede sind meist klein, k\u00f6nnen bei gro\u00dfen Balkonen aber sp\u00fcrbar werden.<\/p>\n<h2>Was dieser Rechner nicht abbildet<\/h2>\n<p>Das Werkzeug rechnet mit den Fl\u00e4chen, die Sie eingeben. Es ersetzt kein Aufma\u00df vor Ort und erkennt nicht, ob ein Raum baurechtlich als Aufenthaltsraum genehmigt ist, ob ein Wintergarten beheizt wird oder ob ein Kellerraum wirklich zur Wohnung geh\u00f6rt. Ebenso wenig pr\u00fcft es, welche Berechnungsmethode Ihr Vertrag vereinbart hat, ob eine Mietminderung durchsetzbar w\u00e4re oder ob R\u00fcckforderungsanspr\u00fcche bereits verj\u00e4hrt sind. Die Bewertung der Abweichung ist eine reine Verh\u00e4ltnisrechnung ohne die Zehnprozentschwelle der Rechtsprechung.<\/p>\n<p>Die Gewichtungsfaktoren selbst stammen aus \u00a74 WoFlV und sind als gepflegte Parameter hinterlegt, sodass eine \u00c4nderung der Verordnung im Rechner nachgezogen wird, ohne dass die Formel angefasst werden muss.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist eine Sch\u00e4tzung zur Orientierung und ersetzt weder ein fachliches Aufma\u00df noch eine rechtliche Beratung. Verbindlich ist allein die vertragliche Vereinbarung in Verbindung mit einer sachverst\u00e4ndigen Fl\u00e4chenermittlung.<\/p>\n<h2>\u00dcber dieses Tool: Wohnfl\u00e4che berechnen<\/h2>\n<p>Wohnfl\u00e4che berechnen: Mit diesem Tool erhalten Sie sofort eine genaue Sch\u00e4tzung. Die Werte folgen den offiziellen Vorgaben und werden f\u00fcr 2026 aktuell gehalten. Passen Sie die Eingaben oben an Ihre Situation an oder sehen Sie sich <a href=\"https:\/\/financekit.tools\/de\/tools\/\">alle unsere Rechner<\/a> an, um den n\u00e4chsten Schritt zu planen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rechner ermittelt die Wohnfl\u00e4che nach WoFlV, gewichtet Dachschr\u00e4gen, Balkon und Wintergarten und pr\u00fcft die Fl\u00e4chenangabe im Mietvertrag.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_gspb_post_css":""},"ftk_country":[16],"ftk_category":[20],"class_list":["post-715140","ftk_tool","type-ftk_tool","status-publish","hentry","ftk_country-de","ftk_category-property"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/ftk_tool\/715140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/ftk_tool"}],"about":[{"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ftk_tool"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=715140"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=715140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"ftk_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/ftk_country?post=715140"},{"taxonomy":"ftk_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/ftk_category?post=715140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}