{"id":715097,"date":"2026-09-02T08:43:17","date_gmt":"2026-09-02T08:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/financekit.tools\/tools\/instandhaltungsruecklage-rechner\/"},"modified":"2026-10-24T03:22:02","modified_gmt":"2026-10-24T00:22:02","slug":"instandhaltungsruecklage-rechner","status":"publish","type":"ftk_tool","link":"https:\/\/financekit.tools\/de\/tools\/immobilien\/instandhaltungsruecklage-rechner\/","title":{"rendered":"Instandhaltungsr\u00fccklage-Rechner (WEG) Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Rechner zur Instandhaltungsr\u00fccklage WEG zeigt, wie viel Ihre Eigent\u00fcmergemeinschaft jedes Jahr zur\u00fccklegen sollte und wie viel davon auf Ihre Wohnung entf\u00e4llt, wahlweise nach der Peterschen Formel oder nach einer Pauschale je Quadratmeter und Jahr.<\/p>\n<h2>Instandhaltungsr\u00fccklage WEG: was das Gesetz verlangt<\/h2>\n<p>Seit der Reform vom 1. Dezember 2020 hei\u00dft sie im Gesetz Erhaltungsr\u00fccklage. Bei Verwaltungen, Banken und in Kaufvertr\u00e4gen hat sich der \u00e4ltere Begriff Instandhaltungsr\u00fccklage gehalten. Gemeint ist dasselbe: eine gemeinsame Kasse, aus der Dach, Fassade, Fenster, Heizung, Leitungen und Aufzug bezahlt werden.<\/p>\n<p>\u00a7 19 Abs. 2 Nr. 4 WEG verlangt die Ansammlung einer angemessenen Erhaltungsr\u00fccklage, nennt aber keinen Betrag. Die Verwaltung schl\u00e4gt die Zuf\u00fchrung im Wirtschaftsplan vor, die Eigent\u00fcmerversammlung beschlie\u00dft sie mit einfacher Mehrheit. Hier setzt der Rechner an: Er liefert eine begr\u00fcndete Zahl f\u00fcr die Versammlung.<\/p>\n<h2>Die Petersche Formel<\/h2>\n<p>Die bekannteste Faustregel stammt aus der Bewertungspraxis. Sie unterstellt, dass ein Geb\u00e4ude \u00fcber eine Nutzungsdauer von 80 Jahren insgesamt das Anderthalbfache seiner urspr\u00fcnglichen Herstellungskosten an Instandhaltung verbraucht. Aufs Jahr gerechnet sind das 1,5 geteilt durch 80, also knapp zwei Prozent der Herstellungskosten pro Jahr.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: 2.000 Euro Herstellungskosten je Quadratmeter ergeben 37,50 Euro Instandhaltung je Quadratmeter und Jahr. Davon entf\u00e4llt nur ein Teil auf das Gemeinschaftseigentum, denn Bodenbel\u00e4ge, Innent\u00fcren, Sanit\u00e4robjekte oder die Einbauk\u00fcche zahlt jeder Eigent\u00fcmer selbst. \u00dcblich ist ein Ansatz von 70 Prozent, im Rechner eine Eingabe. Es bleiben 26,25 Euro je Quadratmeter und Jahr f\u00fcr die Gemeinschaftskasse.<\/p>\n<p>Faktor und Nutzungsdauer sind im Rechner als Parameter hinterlegt. Die Herstellungskosten je Quadratmeter sind dagegen eine Eingabe, weil sie je nach Baujahr, Region und Ausstattung um ein Vielfaches auseinanderliegen.<\/p>\n<h2>Die Pauschale je Quadratmeter<\/h2>\n<p>Der zweite Weg im Rechner ist ein fester Betrag je Quadratmeter und Jahr. Als Orientierung dienen die nach Geb\u00e4udealter gestaffelten H\u00f6chsts\u00e4tze aus \u00a7 28 Abs. 2 der Zweiten Berechnungsverordnung: f\u00fcr Geb\u00e4ude unter 22 Jahren, ab 22 Jahren und ab 32 Jahren jeweils ein eigener Satz je Quadratmeter Wohnfl\u00e4che und Jahr, mit einem Zuschlag, wenn ein Aufzug vorhanden ist. Die Ausgangswerte von 2002 lagen bei 7,10, 9,00 und 11,50 Euro plus einem Euro f\u00fcr den Aufzug. Sie werden alle drei Jahre an den Verbraucherpreisindex angepasst und liegen heute deutlich h\u00f6her.<\/p>\n<p>Unmittelbar gelten diese S\u00e4tze nur f\u00fcr preisgebundenen Wohnraum. In der freien Wohnungswirtschaft sind sie trotzdem ein verbreiteter Vergleichsma\u00dfstab. Deshalb sind sie hier ein Vorschlagswert im Eingabefeld, den Sie \u00fcberschreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Warum beide Wege so weit auseinanderliegen<\/h2>\n<p>Die Petersche Formel liefert regelm\u00e4\u00dfig ein Vielfaches der Pauschale. Der Grund ist der Zeithorizont. Peters bildet den vollst\u00e4ndigen Lebenszyklus ab, einschlie\u00dflich Dachneueindeckung, Fassadensanierung, Fensteraustausch, Strangsanierung und Aufzugserneuerung. Die Pauschalen der Zweiten Berechnungsverordnung orientieren sich an einer Kostenmiete und decken eher den laufenden Erhalt.<\/p>\n<p>Wer nur die Pauschale zur\u00fccklegt, finanziert die gro\u00dfen Ma\u00dfnahmen sp\u00e4ter \u00fcber Sonderumlagen oder einen Kredit der Gemeinschaft. Beides ist zul\u00e4ssig, trifft die Eigent\u00fcmer aber auf einen Schlag und oft zum ung\u00fcnstigsten Zeitpunkt. Der Rechner zeigt beide Gr\u00f6\u00dfenordnungen nebeneinander, damit die Entscheidung bewusst f\u00e4llt.<\/p>\n<h2>Was der Rechner nicht abbilden kann<\/h2>\n<p>Die Miteigentumsanteile folgen nicht immer der Wohnfl\u00e4che. In der Teilungserkl\u00e4rung k\u00f6nnen Anteile abweichend festgelegt sein, und die Gemeinschaftsordnung kann f\u00fcr einzelne Kostenarten einen anderen Verteilungsschl\u00fcssel vorsehen. Der Rechner verteilt nach dem eingegebenen Anteil und weist die rechnerische Fl\u00e4che dazu aus, damit Sie beides mit Ihrer Teilungserkl\u00e4rung vergleichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch der bauliche Zustand fehlt in jeder Formel. Ein Geb\u00e4ude mit frisch saniertem Dach und neuer Heizung braucht kurzfristig weniger als eines, bei dem beides ansteht. Wo eine Sanierung absehbar ist, geh\u00f6rt an die Stelle der Faustformel ein echter Erhaltungsplan mit Kostensch\u00e4tzungen und Terminen.<\/p>\n<h2>Wenn die R\u00fccklage nicht reicht<\/h2>\n<p>Steht eine gro\u00dfe Ma\u00dfnahme an und ist die Kasse leer, hat die Gemeinschaft drei Wege, und alle drei kosten Geld.<\/p>\n<p>Der erste ist die Sonderumlage. Die Versammlung beschlie\u00dft einen zus\u00e4tzlichen Betrag, der nach demselben Schl\u00fcssel wie das Hausgeld verteilt und meist innerhalb weniger Monate f\u00e4llig wird. F\u00fcr eine Dachsanierung k\u00f6nnen auf eine mittlere Eigentumswohnung schnell f\u00fcnfstellige Betr\u00e4ge entfallen. Zahlen muss, wer bei F\u00e4lligkeit Eigent\u00fcmer ist. Wer nicht zahlt, kann von der Gemeinschaft verklagt werden.<\/p>\n<p>Der zweite Weg ist eine dauerhaft erh\u00f6hte Zuf\u00fchrung. Sie wirkt nur, wenn genug Zeit bleibt. Daf\u00fcr ist die Projektion im Rechner gedacht: Sie sehen, welcher Bestand nach f\u00fcnf, zehn oder zwanzig Jahren zusammenkommt und ob das f\u00fcr die anstehenden Arbeiten reicht.<\/p>\n<p>Der dritte Weg ist ein Darlehen der Gemeinschaft. Seit der Reform von 2020 ist die Gemeinschaft voll rechtsf\u00e4hig und kann selbst Kredite aufnehmen. Das verteilt die Last auf viele Jahre, verteuert die Ma\u00dfnahme aber um die Zinsen und belastet sp\u00e4tere Verkaufsverhandlungen, weil der K\u00e4ufer die laufende Belastung \u00fcber das Hausgeld \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>Wer beim Kauf zwischen zwei Wohnungen w\u00e4hlt, sollte die R\u00fccklage deshalb genauso ernst nehmen wie den Kaufpreis. Eine gut gef\u00fcllte Kasse ist wirtschaftlich ein Teil dessen, was Sie kaufen, eine leere Kasse eine versteckte Zusatzbelastung.<\/p>\n<h2>Steuer, Hausgeld und Verkauf<\/h2>\n<p>Drei Punkte werden regelm\u00e4\u00dfig falsch verstanden.<\/p>\n<p>Erstens die Steuer: Wer vermietet, kann die Zuf\u00fchrung zur R\u00fccklage nicht im Jahr der Einzahlung als Werbungskosten abziehen. Abziehbar wird sie erst, wenn die Gemeinschaft das Geld f\u00fcr eine Erhaltungsma\u00dfnahme tats\u00e4chlich ausgibt. Die Jahresabrechnung der Verwaltung weist diese Verwendung aus.<\/p>\n<p>Zweitens das Hausgeld: Der R\u00fccklagenanteil steckt zwar im monatlichen Hausgeld, ist aber keine umlagef\u00e4hige Betriebskostenposition. Ein Vermieter kann ihn nicht auf den Mieter umlegen.<\/p>\n<p>Drittens der Verkauf: Die angesparte R\u00fccklage geh\u00f6rt der Gemeinschaft, nicht dem einzelnen Eigent\u00fcmer. Sie bleibt beim Verkauf in der Gemeinschaft und geht wirtschaftlich auf den K\u00e4ufer \u00fcber. Die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer mindert der \u00fcbernommene Anteil nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs allerdings nicht.<\/p>\n<h2>So nutzen Sie den Rechner<\/h2>\n<ol>\n<li>Tragen Sie die Gesamtwohnfl\u00e4che der Gemeinschaft ein, nicht nur Ihre Wohnung.<\/li>\n<li>Geben Sie Ihren Miteigentumsanteil in Prozent aus der Teilungserkl\u00e4rung ein.<\/li>\n<li>W\u00e4hlen Sie die Methode: Petersche Formel mit Herstellungskosten je Quadratmeter oder Pauschale.<\/li>\n<li>Passen Sie unter den erweiterten Optionen den Anteil des Gemeinschaftseigentums an, wenn Ihre Anlage viel Gemeinschaftsfl\u00e4che hat, etwa Tiefgarage oder Aufzug.<\/li>\n<li>Erg\u00e4nzen Sie den vorhandenen Bestand und eine Verzinsung, um den Stand in einigen Jahren zu sehen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein Beispiel: Bei 1.200 Quadratmetern Gesamtfl\u00e4che, 3.000 Euro Herstellungskosten je Quadratmeter und 70 Prozent Gemeinschaftsanteil ergibt die Petersche Formel rund 39,38 Euro je Quadratmeter und Jahr. Bei einem Miteigentumsanteil von 4 Prozent entfallen auf Ihre Wohnung 1.890 Euro im Jahr.<\/p>\n<p>Vor dem Kauf lohnt zus\u00e4tzlich ein Blick in den Verm\u00f6gensbericht und die Beschlusssammlung der Gemeinschaft. Dort steht, wie viel tats\u00e4chlich in der Kasse liegt und welche Ma\u00dfnahmen bereits beschlossen sind.<\/p>\n<p>Alle Ergebnisse sind eine Sch\u00e4tzung auf Basis Ihrer Eingaben und der hinterlegten Kennzahlen und ersetzen weder einen Erhaltungsplan noch eine Rechts- oder Steuerberatung. Verbindlich ist allein der Beschluss Ihrer Eigent\u00fcmerversammlung.<\/p>\n<h2>\u00dcber dieses Tool: Instandhaltungsr\u00fccklage Weg<\/h2>\n<p>Instandhaltungsr\u00fccklage Weg: Mit diesem Tool erhalten Sie sofort eine genaue Sch\u00e4tzung. Die Werte folgen den offiziellen Vorgaben und werden f\u00fcr 2026 aktuell gehalten. Passen Sie die Eingaben oben an Ihre Situation an oder sehen Sie sich <a href=\"https:\/\/financekit.tools\/de\/tools\/\">alle unsere Rechner<\/a> an, um den n\u00e4chsten Schritt zu planen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rechner zur Instandhaltungsr\u00fccklage WEG ermittelt die Zuf\u00fchrung nach Peterscher Formel oder Pauschale je m\u00b2, den Anteil je Wohnung und den sp\u00e4teren Bestand.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_gspb_post_css":""},"ftk_country":[16],"ftk_category":[20],"class_list":["post-715097","ftk_tool","type-ftk_tool","status-publish","hentry","ftk_country-de","ftk_category-property"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/ftk_tool\/715097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/ftk_tool"}],"about":[{"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ftk_tool"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=715097"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=715097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"ftk_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/ftk_country?post=715097"},{"taxonomy":"ftk_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/financekit.tools\/de\/wp-json\/wp\/v2\/ftk_category?post=715097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}